Kondolenzschreiben

Wenn Sie schriftlich Kondolieren, sollten Sie persönlich und warmherzig sein und in der Erinnerung vielleicht auf Charaktereigenschaften oder zusammen Erlebtes eingehen. Sofern Sie nicht viel über den verstorbenen Menschen wissen kann auch ein etwas kürzeres geschrieben werden wie z.B. „wir sind mit unseren Gebeten bei Euch“ oder „ich bin in Gedanken mitfühlend bei Euch“. Sie können auch einen kleinen besinnlichen Text oder Gedicht schreiben.

Einige Beispiele:
Wir sind betroffen von der Nachricht…
Mit Bestürzung haben wir erfahren…
Heute habe ich in der Zeitung die Todesanzeige Deiner Mutter gelesen…
Der plötzliche und unverhoffte Tod Ihres Vaters hat uns betroffen gemacht.
Wir teilen Eure schmerzvoll Trauer.
Unser Mitgefühl gilt Euch und Eurer Familie.

 

Ein Beispiel ist das Kondolenzschreiben des Bundeskanzlers zum Tod des Papstes  im April 2005.

Bundeskanzler Gerhard Schröder sandte dem Dekan des Kardinalkollegiums, Seiner Eminenz Joseph Kardinal Ratzinger, folgendes Kondolenzschreiben:
Eminenz,

im Namen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland sowie der Bürgerinnen und Bürger meines Landes übermittele ich unsere tiefe Trauer und unser Mitgefühl zum Tode Seiner Heiligkeit, Johannes Paul II.

Mehr als ein Vierteljahrhundert hat Papst Johannes Paul II. Als hochgeachtetes und geliebtes Oberhaupt der katholischen Kirche durch sein unbedingtes und unermüdliches Eintreten für den Frieden, für Menschenrechte, Solidarität und soziale Gerechtigkeit gekämpft. Er hat das friedliche Zusammenwachsen Europas während seines Pontifikats in vielfacher Weise beeinflusst. Immer wieder hat er sich dafür eingesetzt, Lösungen für die Probleme der Menschheit mit Weisheit und Respekt vor den Kulturen und Traditionen der Völker zu entwickeln.
Papst Johannes Paul II. hat Geschichte geschrieben; er hat durch sein Wirken und durch seine beeindruckende Persönlichkeit unsere eine Welt verändert.

Seine Heiligkeit wusste angesichts so vieler erbitterter Konflikte immer darum, wie schwierig und zugleich unverzichtbar es ist, dem Ideal der universellen Menschlichkeit nahe zu kommen. Stets hat er darauf hingewiesen, dass die Menschheitsfamilie eine Schicksalsgemeinschaft ist.

Deshalb trat er zu Recht ein für die gemeinsame Verantwortung aller Staaten für die Gestaltung unserer Zukunft. Sein beharrlicher Einsatz für den Frieden, den Papst Johannes Paul II. mit großer Klarheit zum Ausdruck gebracht hat, hat weltweit Beachtung und breite Anerkennung gefunden.

Papst Johannes Paul II. lagen die nachfolgenden Generationen in besonderer Weise am Herzen. Junge Menschen aller Kontinente zu Weltjugendtagen zusammenzurufen, wie es in diesem Jahr in Köln zum zwanzigsten Mal geschehen wird, war seine persönliche Initiative. An die Jugend richtete er sich in seinen jährlichen Botschaften zum Weltfriedenstag ebenso wie in den Friedenstreffen und Gebeten. Für seine Heiligkeit sind junge Menschen Hoffnungsträger gewesen. Sie werden seine Botschaft weitertragen.

In stillem Gedenken

Gerhard Schröder
Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland